Studientage

Wir sind zum Friedenstiften berufen.

Über uns

Gründung

Das Mennonitische Friedenszentrum Berlin ist ein Arbeitszweig der Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden (VDM). Die VDM ist Gründungsmitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen. Auf Vorschlag der VDM wurde von 2001 bis 2010 weltweit eine „Dekade zur Überwindung von Gewalt. Kirchen für Frieden und Versöhnung“ ausgerufen. Als eigenen Beitrag zu dieser Dekade hat die VDM das Mennonitische Friedenszentrum Berlin gegründet, das im Januar 2005 seine Arbeit begann.

Was mennonitisches Friedenszeugnis ausmacht

Mennonit:innen verstehen sich als Friedenskirche. Sie lesen den Kern des Evangeliums so, dass GOTT die Menschen zum Friedensstiften berufen hat. Deshalb streben Mennonit:innen weltweit nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Sie versuchen, eine gewaltfreie Haltung zu entwickeln und mit einer konkreten Friedenspraxis zu verbinden. Das kann sehr verschieden aussehen, beispielsweise so:

  • Es gibt Mennonit:innen, die es als ihren Auftrag ansehen, die Wehrlosigkeit Jesu in der bewussten Distanz zu staatlicher Gewalt zu leben. Sie bauen solidarische Gemeinschaften auf, schützen Schwache und halten sich fern von weltlicher Macht.
  • Es gibt Mennonit:innen, die ihren Auftrag darin sehen, mit Methoden der Gewaltfreiheit an politischen Veränderungsprozessen mitzuwirken. Viele von ihnen haben als Freiwillige, einige als Fachkräfte internationale Friedensdienste geleistet.
  • Es gibt Mennonit:innen, die insbesondere auf die eigene Gewaltgeschichte und die andauernde Verwobenheit in gewaltsame Strukturen schauen. Sie drücken Reue aus, suchen Versöhnung und die gemeinsame Heilung der Erinnerung.
  • Und es gibt viele Mischformen in der Suche nach der jeweils angemessenen Reaktion auf Unrecht und Gewalt.

Das MFB bietet allen Gemeinden Reflektionsräume und Beratung an. Dabei achten wir auf die Bedürfnisse der Einzelnen. Wir möchten Menschen in ihren Friedensprozessen begleiten und unterstützen.

Welchen Bedarf habt Ihr? Wie können wir Euch unterstützen? Schaut mal nach bei unseren Angeboten.

Wegmarken des Mennonitischen Friedenszentrums Berlin

Das MFB ist über 20 Jahre alt. Viele Friedensaktivitäten, politische wie praktische, geistliche und sportliche wurden erdacht und zum Teil ökumenisch und interreligiös umgesetzt. Die folgenden Wegmarken sollen anhand von Beispielen ein Bild über die Vielfalt zeichnen. Hast Du neue Ideen für neue Herausforderungen? Bitte kontaktiere uns. Wir können unser Friedenszeugnis nur gemeinsam leben.

Seit 2007 Beteiligung an politischen Diskursen

Das MFB unterstützt Gemeinden, Dialoge mit gesellschaftlichen Akteur:innen und politischen Entscheidungsträger:innen zu führen. Thematisch geht es dabei um Fragen, wie wir miteinander eine Kultur des Friedens bauen können, im Innern und im Äußern. In den Diskursen suchen wir Verbündete, um unsere Perspektive und Positionierung wirkungsvollen einzubringen. So wurde im Jahr 2007 zusammen mit der Baptistischen Kirche in Deutschland ein Brief an den Bundespräsidenten verfasst, indem die Sorge über neue Rüstungsprojekte angesprochen wurde. Zwischen 2008 und 2019 hat das MFB im Beirat des Beauftragten der Freikirchen am Sitz der Bundesregierung mitgewirkt.

2009 Friedenserklärung der VDM

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Vereinigung Deutscher Mennonitengemeinden (VDM) verabschiedete 2009 die in einem zweijährigen partizipativen Prozess erarbeitete Friedenserklärung zum gerechten Frieden mit dem Titel „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“. Die dort dargelegte Theologie des gerechten Friedens und der Gewaltfreiheit mündet in einen zweiten Teil – den Bewährungsfeldern des gerechten Friedens und der Gewaltfreiheit

Seit 2009 friedenstheologische Partnerschaft mit der BICC

Das MFB hat eine friedenstheologische Partnerschaft mit der Friedenskirche Brethren of Christ Church in Simbabwe. Ihr langjähriger Bischof Danisa war schon Präsident der Mennonitischen Weltkonferenz. Die Partnerschaft schaut insbesondere auf das Reden und Tun für den Frieden in Deutschland und in Simbabwe. Gegenseitige Besuche und die Förderung von Friedensprojekten gehören dazu.

Die englische Übersetzung der Friedenserklärung wurde von der Partnerkirche Brethren in Christ Church in Zimbabwe auf ihrer Synode 2010 diskutiert. Trotz unserer verschiedenen Perspektiven sowie verschiedenen Betroffenheit von Unrechts- und Gewalterfahrungen verbinden uns Friedenstheologien. Wir haben im Dialog auch gelernt, dass strittige Fragen in Deutschland klaren Aussagen aus Simbabwe gegenüberstanden und umgekehrt. Friedenskirche sein bedeutet, auf einem Lernweg zu sein. Auf diesen Lernweg nahm das MFB die evangelisch-katholische Gemeinsame Konferenz für Kirche und Entwicklung (GKKE) im Jahr 2019 mit anlässlich einer Besuchsreise nach Simbabwe. 

2010-2015 Stadtteil-Friedensarbeit Neubritz

Gelbgurt 4 4

Im Berliner Quartier Neubritz hat sich das MFB mit anderen lokalen Akteur:innen vernetzt, um die soziale Lage und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu verbessern. Das MFB initiierte verschiedene Begegnungs-Projekte wie das interreligiöse Café Abraham-Ibrahim und das Café International mit Geflüchteten aus Sierra Leone.

Besonderes Aufsehen erregte das Projekt Gewaltprävention durch Sport, weil die gewählten Sportarten als Kampfsportarten gelten. Doch durch ein Probetraining am eigenen Leib konnten sich die Beiratsmitglieder von der Sinnhaftigkeit der Wahl überzeugen.

Seit 2015 Gemeinden heißen Geflüchtete willkommen

Die mennonitischen Gemeinden sind sich ihrer eigenen Flucht- und Migrationserfahrungen sehr bewusst. Die negativen Erinnerungen erstrecken sich über Jahrhunderte zurück und bis in die Gegenwart. Dass Mennonit:innen heute in Deutschland sicher wohnen, ist eine geschichtliche Ausnahme.

Als 2015 sehr viele Geflüchtete neu nach Deutschland kamen, haben mennonitische Gemeinden das MFB angefragt. In Workshops zu Flucht und Migration wurde das Thema mit verschiedenen Zielgruppen beleuchtet. Daraus entstand breit getragenes Engagement, wie der Bericht über das Café Come In in Neuwied zeigt.

Die Gemeinden setzen sich auch heute ein für die Rechte und das Wohlergehen von Geflüchteten in ihrem Umfeld. Inzwischen sind daraus vielfach gute Nachbarschaften und familiäre Beziehungen erwachsen.

2021-2022 Pilger:innen-App Gerechtigkeit und Frieden

Kirchen vieler Konfessionen weltweit haben sich auf den Weg gemacht zu erkunden, wie sie das Evangeliums des Friedens und der Gerechtigkeit in ihrem Umfeld leben können. Sie haben sich zu einem gemeinsamen Konzept des Pilgerwegs für Gerechtigkeit und Frieden entschieden. Dafür gehen sie auf vielen verschiedenen Wegen. Das MFB war im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland an der Entwicklung einer App für Pilger:innen beteiligt.

2026 offener Brief an die EKD-Ratsvorsitzende

Die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden (AMG) hat sich gemeinsam mit dem MFB und dem DMFK mit einem offenen Brief an die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, gewandt. Anlass ist die im November 2025 veröffentlichte Denkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“.

Inhaltlich hinterfragt der Brief insbesondere die Gewichtung militärischer Gewalt im Konzept des Gerechten Friedens. Das Dialogangebot des Briefes wurde von der EKD angenommen.

2026 neuer Wehrdienst und KDV-Beratung

Zusammen mit dem Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee (DMFK) baut das MFB ein Netzwerk für KDV-Beratung auf. Gemeinden werden unterstützt bei Infoveranstaltungen über die rechtliche Lage und bei Dialogveranstaltungen zur Positionierung zum neuen Wehrdienst. Wehrpflichtige können sich durch ausgebildete KDV-Berater:innen beraten und durch ein KDV-Verfahren begleiten lassen.

Die Digitalen Donnerstage im September 2026 werden sich mit verschiedenen Aspekten und Reaktionen auf den neuen Wehrdienst beschäftigen. Herzliche Einladung dazu!

News und Aktuelles

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Offener Brief

Offener Brief an EKD zur Friedensdenkschrift

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