Simbabwe

von | Mai 23, 2017 |

Solidarität mit Simbabwe

Neulich fragte mich jemand, wieso sich das MFB ausgerechnet Simbabwe als exemplarisches Auslands-Projekt „ausgesucht“ hat – ein Anlass, um die Geschichte von Anfang an einmal aufzuschreiben: Begonnen hat alles 2003 in Bulawayo.

Wer 2003 die Mennonitische Weltkonferenz in Simbabwes zweitgrößter Stadt Bulawayo besucht hatte, war beeindruckt von der Gastfreundschaft der Geschwister, die trotz widriger wirtschaftlicher und politischer Situation des Landes in kreativer Weise alles getan hatten, allen eine wunderbare Zeit zu bescheren. Das Motto der Konferenz „Teilen in Freude und Leid“ erhielt im Lichte der Lage Simbabwes noch einmal eine tiefere Bedeutung und Verpflichtung. So ergriff das MFB 2006 die Gelegenheit, mit Hilfe der von Hans Dietrich Hübert aus dem Land geschafften Gemälde eines jungen Künstlers eine Ausstellung in Berlin und Hamburg zu gestalten. Diese Gemälde prangerten die politisch motivierten Vertreibungen von tausenden Menschen aus ihren städtischen Vierteln in ländliche Gebiete aus dem Jahre 2005 an. 2009 wurde diese Ausstellung in einer evangelisch-landeskirchlichen Gemeinde in Berlin-Spandau wiederholt.

2007 besuchte eine internationale Delegation der Mennonitischen Weltkonferenz Simbabwe, um sich vor Ort ein Bild der sich immer mehr verschlechternden Situation machen zu können. Das MFB gab der Delegation einen Brief an die Geschwister mit, der ihnen das Versprechen gab, sie nicht zu vergessen, für sie zu beten und über ihre Situation zu berichten.
Nach Treffen mit dem Bischof der Brethren in Christ Church (BICC), Danisa Ndlovu (ebenfalls Präsident der Mennonitischen Weltkonferenz), auf der Weltkonferenz in Paraguay und in London stand fest: 2010 sollte die Leiterin des MFB dem Land einen Besuch abstatten, um sich zum Einen selbst ein Bild zu machen und zum Anderen Kontakte zu knüpfen.

2010 war ebenfalls das Jahr der ersten Skulpturen-Ausstellung: Die Hamburger Mennonitengemeinde richtete mit den von Hans Dietrich Hübert gestifteten Steinskulpturen aus Simbabwe eine Verkaufs-Ausstellung aus. Der Erlös von 9000 Euro ging zur Hälfte an das Mennonitische Hilfswerk für seine Projekte in Simbabwe und zur Hälfte an das MFB zum Aufbau und zur Finanzierung von Friedensprojekten im Land.

Die Reise nach Simbabwe im August 2010 hatte ein eindeutiges Ergebnis: Wir wollen zusammenarbeiten und als geschwisterliche Friedenskirchen uns gegenseitig in unseren Bemühungen um Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung unterstützen.

Pfarrer Notsen Ncube besuchte im Mai 2011 zusammen mit der Leiterin des MFB die Internationale Ökumenische Friedenskonvokation in Kingston, Jamaika. Schnell war klar: Die Herbsttagung 2011 – in Verantwortung des MFB – sollte eine Auswertung der Tage in Kingston sein. Notsen Ncube wurde gebeten, sich auf den langen Weg nach Deutschland zu begeben.

Unmittelbar nach Jamaika startete im Juni 2011 die Skulpturen-Ausstellung in Berlin in Zusammenarbeit mit der evangelisch-landeskirchlichen Nachbargemeinde Paulus-Lichterfelde. 25 Klassen der Jahrgangsstufen 3 bis 12 wurden durch ein Schulprojekt die Ausstellung nahe gebracht: Informationen über Simbabwe wurden didaktisch aufgearbeitet. So hatten die Schülerinnen und Schüler u.a. die Aufgabe, Psalmsprüche mit den Skulpturen in Verbindung zu bringen, den jüngeren Kindern erzählte Mkhokeli Nkomo, Deutscher mit simbabwischen Wurzeln und Sprachlehrer, Märchen aus Simbabwe und ließ sie mit aus Draht gefertigten simbabwischen Spielzeugen spielen.

Die Ausstellung, die von Abenden mit Themen wie „Simbabwe – Land am Abgrund?“ und „Politik und Kunst in Simbabwe“ begleitet wurde, ergab einen Reinerlös von 12.400 Euro. Die eine Hälfte geht an das MH-Projekt in Phumula-Mission, die andere Hälfte an das ECLF. Wie unsere gemeinsame Reise 2012 weitergehen wird, wird eine gemeinsame Auswertung der Geschwister in Simbabwe und des Beirats des MFB in naher Zukunft zeigen.

Mehr über die Simbabwe-Ausstellung

Mehr über den Besuch aus Simbabwe

Auswertung von Pfarrer Notsen Ncube